Wollsocken – alles, was man zu Wollsocken wissen muss

Wollsocken – alles, was man zu Wollsocken wissen muss

Mit dem Begriff Wolle bezeichnet man die weichen Haare eines Fells (im Gegensatz zu den Deckhaaren), insbesondere die von Schaffellen. Doch auch andere Tiere liefern dem Menschen Wolle, zum Beispiel Ziegen, Lamas, Alpakas, Kamele, Kaninchen. Wichtige Voraussetzung, um aus Fellhaaren Wolle zu machen ist, dass sich die Haare spinnen lassen. Um die Wolle nach Herkunft zu unterscheiden, setzt man ihr den Namen des Lieferanten oft voran: Schafwolle, Kamelhaarwolle oder Angorawolle (vom Angorakaninchen).

Wolle – ein nachwachsender Rohstoff mit Tradition

Wolle hat seit Jahrtausenden einen hohen Nutzwert für den Menschen. Sie ist einer der ältesten Rohstoffe, der untrennbar mit unserer Kultur und Zivilisation verbunden ist. Zudem ist Wolle ein nachwachsender Rohstoff. Als solcher hat sie bis heute eine große Bedeutung auf dem Markt – trotz der vielen Baumwolle und unzähliger moderner Kunststoffe.

Was ist Wolle?

Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich bei Wolle um Fasern aus dem sogenannten Struktureiweiß beziehungsweise Gerüsteiweiß Keratin – ein Eiweiß (Protein), das dem menschlichen Haar sehr ähnlich ist. Daraus resultiert auch der bekannte Pflegetipp, Wolle mit Haarshampoo zu waschen.

Wollfasern sind gröber als Baumwollfasern, Seidenfasern oder Leinenfasern. Ihr Querschnitt ist fast rund. Wichtig für die Verarbeitung von Wolle zu Gewebe ist auch, dass die Oberfläche der Wollfaser ähnlich strukturiert ist wie Schuppen. So können sich verschieden ausgerichtete Wollfasern ineinander verhaken – das ist gut fürs Filzen und schlecht wegen des unerwünschten Pillings. Der Pillingeffekt meint die kleinen Knötchen, die sich beim Reiben zweier Wollgewebe aufeinander schnell bilden. Typische Pillingzone: Der Bereich unter den Achseln von Wolloberteilen oder der Schritt zwischen den Beinen einer Wollstrumpfhose.

Wolle hat von Natur aus eine weißliche Farbe, sie kann aber auch Braun oder Schwarz sein. Sie lässt sich leicht färben und hält Farbe gut fest.

Wolle ist elastisch, sie lässt sich um etwa 30 Prozent dehnen.

Die Belastbarkeit der Wollfaser, insbesondere die Brüchigkeit der nassen Faser sinkt mit zunehmender Feuchtigkeit.

Warum Wollsocken?

Es gibt viele Gründe, warum Wolle als Material für:

  • Unterwäsche (Hemdchen, Höschen, Strümpfe und Wollsocken)
  • Oberbekleidung (Pullover, Hosen, Röcke)
  • und sogar Überkleider (Mäntel, Jacken)

Karriere macht.

Wolle kann zum einen Wärme sehr gut zurückhalten (natürliche Thermoregulationsfähigkeit), sie reguliert als Kleidungsschicht die Atmung und den Sauerstoffaustausch der Haut. Sie eignet sich auch hervorragend als „Dämmstoff“. Da ein Wollgewebe bis zu 85 Prozent aus Luft besteht, die isolierend wirkt.

Wolle reguliert zum anderen Feuchtigkeit: Sie kann bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und gibt diese je nach äußeren Bedingungen wieder an ihre Umgebung ab. Die Oberfläche der Wollfaser dagegen wirkt aufgrund der bereits erwähnten schuppenartigen Struktur wasserabweisend. Das ist der Grund, warum es seit jeher Mäntel und Jacken aus Wolle gibt.

Darüber hinaus bildet selbst ein lockeres, weiches Wollgewebe einen starken Stoff, der zudem sehr leicht ist.

Und auch das macht Wolle zu einer perfekten Außenhaut: Sie weist Schmutz ab, vor allem nimmt sie Duftmarken aus der Umgebung nur schwer an, und ist schwer entflammbar. Nicht zuletzt besitzt Wolle eine sehr praktische Fähigkeit: Sie regeneriert sich an frischer Luft.

Wolle auf der Haut – kratzig oder samtweich

Je nach Wolllieferant hat die Wolle eine unterschiedliche Beschaffenheit: Schurwolle vom Merinoschaf zum Beispiel ist sehr fein gekräuselt, kratzt nicht und fühlt sich weich und flauschig an. Sie ist ein beliebtes Material für Unterwäsche. Kaschmirziegen liefern eine noch feinere und weichere Faser, die aus dem Unterhaar ausgekämmt und zu edler Wolle verarbeitet wird – und einen hohen Preis hat.

Ob man eine Wolle auf der Haut als unangenehm kratzend oder anschmiegsam weich empfindet, hängt einerseits von der Faser an sich ab, andererseits von der individuellen Empfindsamkeit gegenüber Reizen wie Reibung.

Wollsocken – eine Naturfaser sorgt für gesundes Klima der Füße

Wollsocken sind eine gesunde und praktische Lösung der Bekleidungsfrage unserer Füße. Dazu muss man zunächst wissen, wie unsere Füße ihren Teil des Stoffwechsels übernehmen. Auf unserer Fußsohle sitzen besonders viele der sogenannten ekkrinen Schweißdrüsen. Auf jedem Quadratzentimeter Haut sind es bis zu 500 – zum Vergleich: Auf der gleichgroßen Fußrückenfläche findet man höchstens ein Drittel davon. Diese Schweißdrüsen geben Schweiß als Stoffwechselprodukt ab – ein Paar Füße erzeugt bis zu einem Viertelliter Schweiß am Tag.

Diese Menge an Schweiß macht unsere Füße zu einer Problemzone. Denn schwitzende Füße beginnen leicht zu riechen – und Stinkefüße hat nun mal keiner gern. Dabei ist Schweiß an sich ganz harmlos – und farb- und geruchlos. Erst wenn die unzähligen Bakterien auf der Haut ihr Werk beginnen und den Schweiß verstoffwechseln, bilden sich dabei übelriechende Gase, die wir als den typischen Schweißgeruch von Käsefüßen wahrnehmen und verabscheuen.

Jeder produziert Fußschweiß, der eine mehr, der andere weniger. Es kommt immer darauf an, welche Hygienemaßnahmen man alltäglich ergreift, welches Strumpfkleid und welches Schuhwerk man trägt und wie man dies tut (ununterbrochen oder unterbrochen).

Mit ihren eingangs beschriebenen Eigenschaften ist Wolle eine natürliche Faser, die unserer Fußgesundheit sehr gut bekommt. Sie lässt die Füße atmen, transportiert die Feuchtigkeit von der Hautoberfläche fort, was letztendlich auch die Zahl der Bakterien in Schach hält, die sich bei warm-feuchtem Klima am besten vermehren, und hält die Körperwärme.

Wer sich für Wollsocken entscheidet, muss  darauf achten, dass er diese hautfreundlichen Socken mit Schuhen kombiniert, die aus ebenso gesundem Material bestehen – andernfalls wird die hautschonende Funktionalität der Wollsocken zunichte gemacht. Wollsocken transportieren die Feuchtigkeit ja nur weiter, wenn Sie sie nicht loswerden, weil die Schuhe aus atmungsunfähigen Kunstfasern bestehen (häufig bei modernen Sneakern) gibt’s einen Stau, in dessen Folge die Haut ungesund feucht und warm gehalten wird. Das fördert Hautkrankheiten wie Fußpilz und Schweißgeruch.

Wollsocken – Tipps zum Waschen

Wollsocken enthalten einen Anteil elastischer Fasern, die für besten Tragekomfort sorgen. Ohne diese Elastik würden die Wollsocken mit der Zeit an Form und Sitz verlieren. Für die Pflege der Wollsocken gilt: Waschen Sie sie faserschonend mit einem speziellen Wollwaschmittel oder wie oben geschrieben Haarshampoo – entweder in der Handwäsche oder der Maschine.

Wichtig: Das Waschwasser darf bei Wolle nicht zu heiß sein, denn Eiweiß werden von zu hohen Temperaturen beeinträchtigt oder gar zerstört. Der berühmteste Effekt: Ein zu heiß gewaschener Wollpulli passt nach der Wäsche nicht mehr.

Zum Trocknen legt man Wäsche aus Wolle, also auch Wollsocken besser hin, als dass man sie aufhängt. Das hält sie in Form.